23 | 11 | 2017
FFH - Sparkassen-Handballcup 2017

Funkspot Sparkassen Handballcup 2017

ASV Hamm-Westfalen erreicht Finale des Sparkassen-Handballcups

Daniel FontaineHalbfinale, Melsungen:

FRISCH AUF! Göppingen – ASV Hamm-Westfalen 26:31 (10:19)

 

Zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten bekamen die Zuschauer in der Melsunger Stadtsporthalle im ersten Halbfinale des Sparkassen-Handballcups zu sehen. Eine Halbzeit lang führte der Zweitligist ASV Hamm-Westfalen den amtierenden Europapokalsieger FRISCH AUF! Göppingen regelrecht vor und ging mit 19:10 in die Pause. Nach Wiederanpfiff dann die Göppinger wie ausgewechselt, der Rückstand wurde Tor um Tor aufgeholt, der ASV Hamm-Westfalen wurde zunehmen nervöser. Bis auf drei Tore kam Göppingen heran, mehr war dann aber nicht mehr drin. Der Zweitligist wurde rechtzeitig wieder geduldig, spielte seine Angriffe aus und verteidigte seine Führung zum 31:26-Endstand. Erfolgreichste Torschützen bei Hamm-Westfalen waren Lukas Blohme und Christoph Neuhold mit jeweils sechs Treffern, bei Göppingen traf Tim Kneule (6) am häufigsten.

Die Partie begann zunächst ausgeglichen, nach der Hammer Führung durch Fannar Thor Fridgeirsson konnte Daniel Fontaine den Ausgleich erzielen indem er locker durch die Abwehr marschierte. Auf der anderen Seite hatte der ASV große Mühe, denn die Göppinger Abwehr stand stabil, verschob sauber und verhinderte, dass der Zweitligist Druck aufs Tor aufbauen konnte. Doch der Außenseiter blieb geduldig und ohne erkennbaren Grund begann der Favorit zu wanken. Vom 2:2 zog der ASV Hamm-Westfalen auf 5:2 davon, die eigenen Chancen wurden sauber herausgespielt und neben Fridgeirsson erwies sich vor allem Julian Krieg als äußerst treffsicher. Und in der Abwehr stand Hamm nun kompakt, zudem war Torhüter Gregor Lorger unüberwindbar. Immer wieder parierte er die klarsten Chancen, so dass FAG-Coach Magnus Andersson beim 2:5 aus seiner Sicht die grüne Karte zückte. Die Auszeit blieb wirkungslos, nur drei Minuten später nahm Göppingen bereits in der elften Minute die zweite Auszeit.

Das Debakel nahm nun weiter seinen Lauf. In der schon zum ersten Halbfinale sehr gut gefüllten Melsunger Stadtsporthalle hatte der Zweitligist durch den Vorsprung ordentlich Selbstvertrauen getankt und agierte ruhig und souverän. Göppingen wurde dagegen immer nervöser, in der Abwehr gab es Abstimmungsfehler. Auch der für Primoz Prost eingewechselte Torhüter Daniel Rebmann kam nur selten zu einer Parade, stattdessen fand der ASV-Angriff immer wieder große Lücken und konnte frei einnetzen. Der bis dahin drei Mal erfolgreiche Siebenmeterschütze Marcel Schiller scheiterte beim vierten Strafwurf auch noch mit einem Heber an dem dafür eingewechselten Felix Storbeck. Mit einer Parade von Lorger und der 19:10-Führung für Hamm ging es dann in die Pause.

Über die Halbzeitansprachen kann zwar nur spekuliert werden, aber FAG-Trainer Magnus Andersson war mit Sicherheit sehr unzufrieden. Und tatsächlich änderten sich nach dem Wiederanpfiff die Kräfteverhältnisse. Die Göppinger Abwehr agierte nun viel stabiler und kam so immer wieder zu Ballgewinnen. Daraus resultierten Tore aus Gegenstößen und der zweiten Welle, so dass auch ASV-Torhüter Lorger nun überwunden wurde. Tor um Tor wurde der Rückstand aufgeholt, der Zweitligist agierte nun zunehmend nervöser. Eine Auszeit von Kay Rothenpieler und auch der Wechsel im Tor zu Felix Storbeck halfen nicht. Mit einem schönen Anspiel von Tim Kneule, er hatte im ersten Durchgang noch pausiert, auf Krezimir Kozina und dessen Treffer zum 21:24 war Göppingen in der 45. Minute wieder in Sichtweite.

Die Umstellungen von Magnus Andersson schienen aufzugehen, Regie führte nun Zarko Sesum, im linken Rückraum agierte Tim Kneule und im rechten Rückraum Daniel Fontaine, so dass Adrian Pfahl auf die rechte Außenposition ging. Das Göppinger Spiel war insgesamt dynamischer und agiler, die gegnerische Abwehr wurde in Bewegung gebracht. Doch der ASV Hamm-Westfalen besann sich auf seine Tugenden und das Erfolgsrezept der ersten Halbzeit. Geduldig wurden die eigenen Angriffe ausgespielt und die Chancen gesucht. Der Zweitligist konnte damit den Vorsprung übers Ziel retten und zog mit einem 31:26-Sieg ins Finale ein.

Göppingen: Rebmann, Prost, Kneule 6, Ritterbach 2, Damgaard 1, Bagersted 5, Sesum, Fontaine 3, Schiller 4/2, Pfahl 2, Halen, Schöngarth 1, Kozina 2

Hamm: Storbeck, Blohme 6, Huesmann, Brosch 2, Fuchs, Fridgeirsson 4, Krieg 4, Gudat, Wiencek, Papadopoulos 5/2, Richter, Possehl 4, Lorger, Neuhold 6

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