23 | 05 | 2018
FFH - Sparkassen-Handballcup 2017

Funkspot Sparkassen Handballcup 2017

Nach starker Aufholjagd, Melsungen siegt nach Siebenmetern

Jubel bei der MT Melsungen

War das erste Halbfinale, das der SC Magdeburg am Ende mit 32:30 gegen den ThSV Eisenach für sich entschieden hatte, schon nichts für schwache Nerven, so sollte das zweite Semifinale zwischen der MT Melsungen und dem TBV Lemgo noch einen draufsetzen. Erst im Siebenmeterwerfen fiel die Entscheidung, nachdem die Lipper bereits in der zweiten Halbzeit eine Fünf-Tore-Führung innehatten. Dort setzte sich dann die MT Melsungen mit 32:30 (29:29, 13:16) durch.

 

War das erste Halbfinale, das der SC Magdeburg am Ende mit 32:30 gegen den ThSV Eisenach für sich entschieden hatte, schon nichts für schwache Nerven, so sollte das zweite Semifinale zwischen der MT Melsungen und dem TBV Lemgo noch einen draufsetzen. Erst im Siebenmeterwerfen fiel die Entscheidung, nachdem die Lipper bereits in der zweiten Halbzeit eine Fünf-Tore-Führung innehatten. Dort setzte sich dann die MT Melsungen mit 32:30 (29:29, 13:16) durch.

Das zweite Halbfinale des Sparkassen-Handballcups sollte zunächst ein Kampf mit offenem Visier sein. Mickael Appelgren konnte zwar den ersten Ball parieren, der Auftakttreffer war jedoch Nationalspieler Finn Lemke vorbehalten. Allerdings glich MT-Toptorjäger Michael Allendorf von der Siebenmeterlinie postwendend aus und besorgte mit seinem vierten Treffer die 7:5-Führung (10.).

TBV-Coach Niels Pfannenschmidt setzte schon früh mit Benjamin Herth einen zusätzlichen Feldspieler ein, doch den Ausgleich erkämpften sich die Lipper vor allem über eine gute Abwehrarbeit und erfolgreiche Gegenstöße von Max Hoening und Patrick Zieker. Die Partie blieb weiter spsnnend und als Lemgops Keeper Thomas Bauer zweimal glänzend parierte und auf der Gegenseite Hermann und dann Hornke mit dem dritten Treffer zum 9:11 (18.) stellte, sah sich Michael Roth zu einer ersten Auszeit gezwungen.

Die Nordhessen konnten sich vor allem bei Mickael Appelgren bedanken, das sich Lemgo nicht weiter absetzte. Eine Parade des Schweden ermöglichte ein schnelles Umschalten, Nenad Vuckovic zog erfolgreich ab. Szenenapplaus von den gut 800 Zuschauern bekam wenig später Michael Allendorf, der nach einem Zweikampf schnell selbst als „Wischer“ tätig wurde. Die MT hatte sich jetzt wieder gefangen, Rnic glich die Partie aus und die Stadtsporthalle wurde mehr und mehr zum Hexenkessel.

Doch weil Sellin auf der einen Seite an Bauer scheitert und auf der Gegenseite Tim Hornke nicht zu bremsen war und schon vor dem Seitenwechsel sein Torekonto auf 30 Treffer aufstockte und dabei auch mit einem Kempatrick für ein weiteres Highlight sorgte, nahm Lemgo eine Drei-Tore-Führung (16:13) in die Halbzeit.

Die Hausherren kamen nach dem Seitenwechsel hochmotiviert aus der Kabine und versuchten Lemgo mit einer variablen Abwehr immer wieder vor neue Aufgaben zu stellen. Der Wechsel zwischen einer aggressiven 4:2-Formation und der defensiveren 6:0-Abwehr sorgte beim TBV für Ballverluste, Sellin konnte im Gegenstoß schnell den Anschluss herstellen. Aber auch Niels Pfannenschmidt hatte durchaus noch einen Trumpf im Ärmel. Mit der Umstellung auf eine 5:1-Formation konnte ein Pass auf den rechten Flügel abgefangen werden, Rolf Hermann startete und stellte seinerseits per Konter zum 15:18 (36.) den alten Vorsprung wieder her.

Lemgo spielte weiter mutig auf und setzte trotz der Führung immer wieder – wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg – den siebten Feldspieler ein. Melsungen versuchte sich zurückzukämpfen, ließ aber durchaus gute Chancen liegen. Der TBV hingegen traf, Hermann netzte zum 18:23. Doch dass dies keineswegs ein Ruhekissen war, sollte sich wenig später zeigen. Sellin sprintete in einen Pass und bediente Rnic. Der aus Göppingen gekommene Serbe hatte leichtes Spiel und traf ins verwaiste Tor zum 21:24 (45.).

Doch für eine richtige Aufholjagd fehlte noch die Initialzündung. Auch Per Sandström, der für einen Siebenmeter zwischen die Pfosten rückte und dieser an den Pfosten, sorgte nicht für den richtigen Impuls. Denn Lemgo hatte auf der Gegenseite mit Thomas Bauer einen Heißsporn zwischen den Pfosten. Der Österreicher hatte die spektakulären Momente auf seiner Seite und Lemgo steckte so auch kleinere Rückschläge, wie den Cut am Auge von Marcel Niemeyer, weg. Sieben Minuten vor dem Ende lagen die Lipper bei vier Toren Vorsprung (23:27) weiterhin auf Finalkurs.

Doch entschieden war die Partie noch lange nicht, denn angepeitscht von den heimischen Fans mobilisierten die Nordhessen noch einmal die letzten Kräfte. Nachdem zunächst Fahlgren auf minus drei verkürzt hatte, sollten Gegenstöße von Rnic und Boomhouwer den Anschluss herstellen. Luft zum Durchschnaufen sollten dem TBV einmal mehr Tim Hornke und Thomas Bauer verschaffen, doch ein Fehlpass von Finn Lemke und ein hartes Foul von Timm Schneider an Sellin, ließen die MT die Schlussphase in Überzahl bestreiten. Wenig später holte Vuckovic dann einen Strafwurf heraus, den Allendorf verwandelte. Lemgo versuchte sich nun über die Zeit zu retten und bekam das Passivwarnzeichen angezeigt. Wenig später folgte dann der Ballverlust, im Gegenstoß rettete Fahlgren dann die Hausherren ins Siebenmeterwerfen.

Die Spannung war förmlich zu spüren, der zuvor sichere Allendorf verwarf ebenso wie auf der Gegenseite Hornke. Sellin warf die MT erstmals wieder in die Vorlage doch Zieker glich postwendend aus. Während dann Rnic verwandelte, scheiterte Benjamin Herth an Mickael Appelgren. Weil anschließend auch Boomhouwer verwandelte, stand Finn Lemke unter Zugzwang und traf nur die Latte.

 

MT Melsungen – TBV Lemgo 32:30 (29:29, 13:16)

Melsungen: Appelgren, Sandström, Ullrich

Maric, Sellin 5, Fahlgren 3, Schröder 2, Kothe, Danner 1, P. Müller 2, Boomhouwer 1, Rnic 3, Allendorf 9, Vuckovicc 2, M. Müller 1

 

Lemgo: Bauer, Dresrüsse

Lönn, Hornke 8, Schnneider 5, Hermann 6, Pekeler 4, Lemke 1, Herth 2, Hoening 1, Zieker 2, Niemeyer

 

Schiedsrichter: Grobe/Kinzel

Zuschauer: 800

 

Testimonial 2017