14 | 12 | 2018

"Ansprüche sind sehr hoch" - Ägyptens Torhüter mit Spezialtraining beim Sparkassen-Handballcup

Hady Sahin und drei weitere Torhüter der ägyptischen Nationalmannschaft kamen am Wochenende während des Sparkassen-Handballcups zu einer für sie speziellen Trainingseinheit, welche in Deutschland seit Jahrzehnten üblich ist - dem Torhütertraining.

"Das Torhütertraining hier ist sehr gut", sagt der erfahrenste ägyptische Torhüter Hady Sahin über die gesonderten Übungen und fügt an, "Wir haben leider nicht das Glück in Ägypten, um auch solche Trainingseinheiten machen zu können. Deswegen genießen wir das hier sehr und hoffen, dass wir noch mehr von diesen Einheiten absolvieren können." In der Göbel Hotels Arena (Rotenburg an der Fulda) führte A-Lizenz-Trainerin Vicky Helms durch das Programm und wurde von Thomas Giesler (B-Lizenz) assistiert.

Nach Dehnungsübungen mit weiten Ausfallschritten wurde das anderthalbstündige Training zunächst mit koordinativen Einheiten fortgesetzt. Bälle unterschiedlichster Größe wurden einander mit hohem Tempo zugespielt, wodurch die Konzentrationsfähigkeit geschult wurde. Daraufhin war voller Körpereinsatz im Tor gefragt. Durch Gummibänder mit dem Torpfosten verbunden und mit einem Medizinball bewaffnet kamen die vier ägyptischen Torhüter mächtig ins Schwitzen. Immer wieder mussten sie von einem Torpfosten zum anderen springen und platzierte Würfe in die Ecken parieren. Später gesellten sich Reaktionstests mit einem Tennisball hinzu sowie der schnelle Übergang von der Parade zum Tempogegenstoß.

Für den 28jährigen Hady Sahin aus Kairo, der seit sieben Jahren der Nationalmannschaft angehört, waren diese Anstrengungen in Rotenburg an der Fulda ein Segen: "Hier in Deutschland gibt es so viele gute Trainingsmöglichkeiten. Ich freue mich immer, wenn ich hier sein kann. Besonders können wir auf einem hohen Niveau testen, weil die Ansprüche in Deutschland sehr hoch sind. Generell ist die Qualität, die Professionalität und die Denkweise im deutschen Handball sehr hoch."

Während des Sparkassen-Handballcups traf die ägyptische Nationalmannschaft in der Gruppe 1 auf die Bundesligisten MT Melsungen, TBV Lemgo und den Zweitligisten TUSEM Essen. Besonders deutlich war die Steigerung der Ägypter zu erkennen, die nach der 22:33-Auftaktniederlage gegen Lemgo in der zweiten Begegnung zwischenzeitlich mit sieben Toren gegen Melsungen führten, in der zweiten Halbzeit allerdings die Kräfte nachließen. Gegen Essen im letzten Gruppenspiel fehlte am Ende nur ein Treffer zum Punktgewinn. Die Müdigkeit am Ende der Spiele war laut Torhüter Sahin aber auch dem Training geschuldet. "Wir haben seit einem Monat trainiert mit vielen Ausdauer-Einheiten und sind etwas müde auf den Beinen."

Trotz dreier Niederlagen beim Sparkassen-Handballcup zeigt sich Hady Sahin zufrieden: "Für uns ist es das erste Mal und es ist toll, hier die Spiele bestreiten zu können. Optimale Bedingungen herrschen hier mit einem ganz anderen Klima und frischer Luft. Zusätzlich können wir uns hier stark auf den Handball konzentrieren, da unser Weg vom Hotel zur Halle nur wenige Minuten betragen. In Ägypten dauert das viel länger wegen dem dichten Verkehr."

Dementsprechend konnte die ägyptische Nationalmannschaft starke Fortschritte in dieser Woche machen. In Zukunft sollen gegen die deutschen Mannschaften aber auch Siege her: "Ich denke, dass die 2. Bundesliga mit der höchsten Klasse in Ägypten zu vergleichen wäre. Nach unserer Trainingszeit mit einer guten Vorbereitung kann ich mir vorstellen, dass wir auch in wenigen Monaten gegen einen Erstligisten gewinnen können."

Vor allem möchten die Torhüter demnächst einen großen Anteil am Erfolg ihrer Mannschaft haben. Deswegen sollen so viele gesonderte Torhütertrainings folgen, wie es nur möglich ist: "Wir haben heute schon sehr viel gelernt und können kaum abwarten, weitere Einheiten in Rotenburg zu absolvieren", zeigt sich Hady Sahin sichtlich begeistert. Er hat sich für die nahe Zukunft viel vorgenommen. Bei der Afrikameisterschaft 2016 im eigenen Land soll der Titel her sowie die Qualifikation für die Olympische Spiele in Rio erfolgen. "Unser Terminkalender in den nächsten Monaten ist voll mit der gesamten Vorbereitung. Wir wollen schließlich unsere Ziele erreichen."

Testimonial 2018

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